Aufhellen von teilweise zu dunkel geratenen Fotos

Dieses Bild ist im Bodenbereich zu dunkel:
 

 

Im Bildbearbeitungsprogramm wird mit dem Zauberstab (Toleranz auf einen mittleren Wert einstellen) auf den Boden geklickt. Bei "Auswahl/Modifizieren/Randschärfe" (heißt bei jedem Programm sinnähnlich anders) wird eine Pixelzahl von 22 eingestellt (geringere Pixelzahl ebenso Erfolg versprechend - man muss hier probieren). In der Gammakorrektur (Farben/Farbeinstellungen/Gammakorrektur) hellt man den Boden mit etwa 1,5 auf. Hier das Ergebnis:

 

 

Bei anderen Programmen heißen die Befehle anders, man muss ein wenig suchen! Empfindet man das Bild im unteren Teil als zu flau, kann man den Kontrast erhöhen.

Bilder von kleinen Digitalkameras neigen zu sehr hohen Kontrasten. Probeweise kann man den Kontrast reduzieren und, wenn die Bilder dann zu hell sind, das Gamma ein wenig zurückdrehen, etwa auf 0,8. Was am Bildschirm optimal aussieht, muss noch lange nicht für Papierbilder optimal sein. Gerade Fotopapier kann hohe Kontraste, die der Monitor
darstellt, nicht wiedergeben. Eine "Optimierung" kann als böse Überraschung beim Erhalt der Bilder enden. Ich empfehle, bevor man viel Geld ausgibt, einige Probeläufe für wenig Geld bei einem Bilderdienst. Ich glaube, es ist vorteilhaft, die Bilder für diesen Fall mit weniger Kontrast zu versehen.

Bei teuren Digitalkameras gibt es die Möglichkeit, den aufgenommenen Kontrast zu reduzieren. Schatten werden so besser durchgezeichnet. Erhöhen kann man den Kontrast nachträglich in der Bildbearbeitung immer noch. Hat man jedoch in den Schatten durch falsche Aufnahmetechnik zu wenig Information, so kann auch ein Bildbearbeitungsprogramm nichts mehr retten.

Ein weiteres Beispiel:                                                                                         und hier bearbeitet:
 
           
 "dunkles" Original                                                                                            rechts (80 kb) bearbeitet.

Der Himmel wurde hier per Zauberstab ausgewählt und mit Gamma 0,8 abgedunkelt, die dunklen Bildteile in mehreren Schritten mit unterschiedlich scharfer Auswahlkante aufgehellt. Als Nebeneffekt ist bei beiden obigen Bildern zu sehen, was eine zu starke jpg Kompression anrichtet.

 

Erläuterungen zu den Begriffen "Zauberstab" und "Gammakorrektur":

Zauberstab:

Der Zauberstab wählt ähnliche Bereiche im Bild aus. Dadurch können Bildteile separat von  den restlichen bearbeitet werden. Je nach Einstellung wird ein mehr oder minder großer Bereich des Bildes automatisch mit einem Markierungsrahmen versehen. Mit gedrückter Umschalttaste kann man weitere Bereiche hinzufügen. Die Randschärfe dient dazu, den Übergang zu nicht ausgewählten Bildteilen weich zu gestalten. 

Gammakorrektur:

Ein Bild, das einem zu hell oder zu dunkel vorkommt, sollte man zunächst mit der Gammakorrektur bearbeiten. Ein Vergleich mit der Helligkeitskorrektur sollte die Vorteile der Gammakorrektur schnell zeigen.  Beim Verändern der Helligkeit eines Bildes wird jedes einzelne Pixel um den eingestellten Wert verändert. Die Gammakorrektur lässt jedoch die Eckwerte unverändert und verändert nur das Verhältnis der Helligkeiten untereinander. Ausfressen oder Absaufen einzelner Bildteile wird so vermindert, kann aber bei starken Korrekturen weiterhin auftreten. Stark fehlbelichtete Bilder kann auch die Gammakorrektur nicht retten. Auch sie kann aus der Ursprungsdatei nicht mehr herausholen, als anfänglich in ihr gespeichert wurde. Das ist vergleichbar mit der früheren chemischen Technik beim Film. In überbelichteten Negativen ist Information vorhanden, aber verdeckt. In unterbelichteten Negativen dagegen fehlt die Information gänzlich. Zu dunkle Bildteile in Digitalbildern sind mit unterbelichteten Negativen zu vergleichen. Bis zu einem gewissen Grad kann man noch vorhandene Information herausholen, jedoch wird immer das Rauschen mit ansteigen. Immer wieder erstaunlich ist jedoch, wie viel Information doch noch in vermeintlich schwarzen Bildteilen steckt!

Aufhellen:

Überbelichtete Bildteile bei Digitalfotodateien enthalten wenig bis gar keine Information mehr. Daher sollte man bei Digitalkameras mehr auf die Lichter belichten. Teilweise sind Digitalkameras schon ab Werk auf knappe Belichtung eingestellt um dem Rechnung zu tragen. Zu dunkle Bildteile können leicht gebessert werden. Neuere Programme bieten die Option "Tiefen/Lichter" (Photoshop ab CS) oder "digitaler Aufhellblitz" (Paintshop ab 8). Erstaunlich, was sich in scheinbar "abgesoffenen" Bildteilen noch an Information verbirgt! Siehe dazu: Sonnwendfeuer

Aufhellen und Abdunkeln mittels Tonwertkurve:

Eine weitere - eigentlich die anpassungsfähigste - Möglichkeit ist das Verändern der Tonwertkurve. Es kommt darauf an, die Stellen zu entfernen, die keine Erhebung aufweisen. Dazu müssen die Regler entsprechend nach links oder rechts verschoben werden. Verschieben des mittleren Reglers bedeutet Gammakorrektur. Wird auf diese Weise das Bild verbessert, kann es dennoch ein geschultes Auge erkennen. Schaut man sich nämlich nach dieser Veränderung das Histogramm eines solchen Bildes an, erkennt man Lücken, so genannte "Abrisse". Dies ist ein Beweis für nachträgliche Bildbearbeitung. Erläuterungen zur Tonwertkurve und ihrer Bearbeitung.  und: Helligkeit bearbeiten (mit Erläuterungen zum Histogramm)

Histogramm im Detail: Histogramm

Rauschen entfernen:

Bildbearbeitungsprogramme bieten diese Option. Wenn einzelne Bildteile stark aufgehellt worden sind, steigt an diesen Stellen auch das Rauschen an. Auch hier muss bei den Einstellungen experimentiert werden, für den Anfang sind niedrige Werte ausreichend. Hohe Werte "verschmieren" das Bild.

Standardprogramm zum Entfernen von Rauschen: Neatimage

Hauptseiten: http://www.alexeberl.de und http://dkw.gmxhome.de  

Himmel strukturlos, zu hell?: Himmel abdunkeln

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